• Kindern ein Zuhause geben

    Rund 1.300 Hamburger Kinder leben derzeit in Pflegefamilien, da ihre Eltern sie aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend versorgen, fördern und erziehen können. Doch es gibt noch viel mehr Hamburger Kinder, die ein behütetes, sicheres Zuhause suchen. Deshalb werden dringend weitere engagierte Familien gebraucht, die hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in Pflege nehmen. 

     

    Geben Sie Kindern ein Zuhause - werden Sie Pflegefamilie. Nehmen Sie ein Kind auf, das nicht bei seinen Eltern aufwachsen kann - vorübergehend oder auf Dauer. Auch Familien mit Migrationsgeschichte sind herzlich willkommen!

     

    Als Pflegefamilie sind viele mögliche Konstellationen denkbar. Ein neues Zuhause können Kinder zum Beispiel finden

    • bei verheirateten und unverheirateten Paaren,
    • bei Paaren mit und ohne leiblichen Kindern,
    • bei alleinstehenden und alleinerziehenden Müttern und Vätern,
    • bei lesbischen oder schwulen Paaren und Alleinstehenden, 
    • in Patchworkfamilien.

     
    Näheres über die Aufgabe als Pflegeeltern erfahren Sie auf diesen Seiten und bei einem der regelmäßig stattfindenden Informationsabende der Hamburger Pflegeelternschule.

     

  • Jedes Kind hat seine eigene Geschichte.

    Bei den Kindern, für die Pflegefamilien gesucht werden, handelt es sich sowohl um Kleinkinder als auch um Mädchen und Jungen bis zu zwölf Jahren, manchmal auch um ältere Kinder. Manche Kinder haben körperliche oder seelische Beeinträchtigungen, viele kommen aus zerrütteten Familien.

     

    Ein Kind wird zu einem Pflegekind, wenn seine Eltern kurz- oder längerfristig nicht für es sorgen können. Bevor es in eine Pflegefamilie kommt, hat es häufig Mangelsituationen erlebt und ist durch verschiedene Erlebnisse traumatisiert. Diese Erfahrungen prägen die Kinder: Sie sind häufig verunsichert, misstrauisch und haben große Ängste.

     

    In der neuen Familie sollen sie Vertrautheit erleben, um Zutrauen zu sich und zum neuen Umfeld fassen zu können. Sie brauchen verlässliche Zuwendung von verständnisvollen, belastbaren Menschen. So haben sie eine Chance, sich zu entwickeln, selbständig und selbstbewusst zu werden.

  • Pflegeeltern sind zuverlässig für das Kind da.

    Kinder brauchen im Alltag Menschen, zu denen sie enge Beziehungen aufbauen können. Wenn die leiblichen Eltern dies nicht leisten können, sind Pflegefamilien eine gute Alternative.

     

    Pflegeeltern werden umfassend auf ihre Aufgabe vorbereitet und sind auch dazu in der Lage, zu schwierigen Kindern in Beziehung zu treten und ihnen Geborgenheit und Halt zu geben.

     

    Eine zuverlässige und belastbare Bindung ist für Kinder eine elementare Voraussetzung, um sich gesund entwickeln zu können. Sie müssen zunächst Vertrauen aufbauen, dass Menschen beständig an ihrer Seite sind, für sie sorgen und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Genau das leisten Pflegeeltern.

  • Ein Beispiel: Süreyya und Sadettin Sögüt.

    Ihre eigenen vier Kinder sind erwachsen; 20 Jahre hatte Süreyya Sögüt in der Tagespflege gearbeitet - ihr Mann Sadettin 8 Jahre.  Das Ehepaar war sich einig: Sie wollten gemeinsam eine neue Aufgabe angehen! In jedem Fall etwas mit Kindern, denn das, so Familie Sögüt, "hat uns immer viel positive Energie gegeben."

     

    Immer wieder hatten Süreyya und Sadettin Sögüt auf Plakaten in U-und S-Bahnen gesehen, dass Pflegeeltern gesucht werden. Auf Nachfrage beim freien Träger PFIFF erfuhren sie, dass es vor allem zu wenig Bereitschaftspflegefamilien gibt. Das sind Pflegefamilien, die Kinder kurzfristig und für begrenzte Zeit aufnehmen. Nach längerem Überlegen haben sie sich für diese Pflegeform entschieden: "Auch wenn sie nur kurz bei uns sind, wollen wir diesen Kindern, die es besonders nötig haben, Liebe, Zuwendung und Nähe geben."

     

    Auf die Aufgabe als Bereitschaftspflegefamilie wurde die Sögüts durch die Hamburger Pflegeelternschule intensiv vorbereitet. Dass sie türkische Wurzeln haben, spielte überhaupt keine Rolle: "Wir wurden sehr herzlich aufgenommen. Ein Seminarleiter hat sogar zu uns gesagt: 'Sie sind ein Schatz für uns!'". 

     

    Kaum hatten Süreyya und Sadettin Sögüt ihre Ausbildung abgeschlossen, kam das erste Kind zu ihnen in Bereitschaftspflege: ein 18 Monate altes Mädchen, das vier Wochen bei ihnen blieb, bevor es zu seiner leiblichen Mutter zurückkehren konnte.

     

  • Das wird von Pflegeeltern-Bewerbern erwartet.

    So verschieden die Kinder sind, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse und die damit verbundenen Anforderungen an Pflegeeltern.
    In jedem Fall aber sollten Pflegeeltern folgende Merkmale erfüllen:

    • Herzlichkeit, Zeit und Geduld
    • Belastbarkeit
    • Erfahrungen im Umgang mit Kindern
    • Humor und eine positive Lebenseinstellung
    • Kommunikations- und Lernbereitschaft
    • Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst, dem Jugendamt und der Herkunftsfamilie
    • gute Beherrschung der deutschen Sprache zumindest von der Hauptbetreuungsperson für das Pflegekind

     

    Zum Schutz der Kinder gibt es noch weitere formale Voraussetzungen: 

    • Sie sollten finanziell nicht vom Pflegegeld abhängig sein.
    • Alle Haushaltsangehörigen ab 18 Jahren müssen ein polizeiliches Führungszeugnis, einen amtsärztlichen Gesundheitstest und das Ergebnis eines Drogentests vorlegen.
    • Sie sollten über ausreichend Zeit und Wohnraum verfügen.
    • Vor allem sollten Sie Spaß am Umgang mit Kindern haben!

     

    Einzelheiten erfahren Sie bei einem Informationsabend der Hamburger Pflegeelternschule.

  • Sie werden gut auf Ihre Aufgabe vorbereitet.

    Wenn Sie Interesse daran haben, Pflegeeltern zu werden, bietet der Besuch  von Informationsabenden den besten Einstieg in das Thema. Solche Abende führt der Träger PFIFF mit Sitz in Hamburg-Wandsbek  regelmäßig durch. 

     

    Nach den Informationsabenden können sich Interessenten beim Pflegekinderdienst in ihrem Bezirk oder bei einem freien Träger als Pflegeeltern bewerben. Die erforderliche Qualifizierung umfasst zwei Vorbereitungsseminare von jeweils 15 Stunden in der Hamburger Pflegeelternschule. Parallel dazu finden persönliche Gespräche mit Fachkräften des zuständigen Pflegekinderdienstes statt.

     

    Selbstverständlich ist die Teilnahme an den Informationsabenden und den Vorbereitungsseminaren der Hamburger Pflegeelternschule kostenfrei.

  • Zwei Abende bieten einen Überblick zu den wichtigsten Fragen.

    Bei den Informationsabenden zur Dauerpflege handelt es sich um zwei zusammenhängende Termine. Der zweite Termin findet in der Regel eine Woche nach dem ersten Abend statt.

     

    An zwei Abenden informiert Sie die Hamburger Pflegeelternschule  über

    • Pflegekinder und was sie mitbringen,
    • die Zusammenarbeit mit den Eltern des Pflegekindes,
    • die Voraussetzungen, die Pflegeeltern erfüllen müssen,
    • die Rahmenbedingungen und den behördlichen Ablauf,
    • die rechtliche Grundlagen,
    • die Bewerber- und Eignungseinschätzung,
    • die Vermittlung und Anbahnung des Pflegekindes,
    • die Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst,
    • die Beratung und Unterstützung für Pflegeeltern.

     

    Gern werden auch individuelle Fragen beantwortet.


    Bei Paaren ist es erwünscht, dass beide Partner zu den Informationsabenden kommen. Selbstverständlich sind auch alleinstehende Interessenten herzlich willkommen!

     

     

     

    Hier können Sie sich anmelden:

    *Pflichtfeld

     
  • Eine Aktion der PFIFF gGmbH in Zusammenarbeit mit der Freien und Hansestadt Hamburg und den Pflegekinderdiensten der Stadt Hamburg

     

    Flyer als PDF | Impressum